Parken, Tanken und ein Lächeln – Kapstadts Helden des Alltags

Überall am Kap gibt es Menschen, die Einheimischen und Touristen mit ihrer Arbeit den Tag erleichtern sollen. Parkwächter, Tankwarte, Einpacker an der Kasse oder Verkäufer an der Ampel. Doch wie sollte man sich hier verhalten und was muss man bezahlen?

Samstagmorgen, 9 Uhr. Wir biegen auf den Parkplatz unseres Supermarktes ein, wenige Hundert Meter vom Milnerton Beach entfernt. Von Weitem winkt uns schon ein Parking Marshall zu und zeigt uns, wo noch ein paar Parkplätze frei sind. Wir winken zurück und bedanken uns, bevor wir unseren Renault parken.

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Parking Marshalls gehören in Kapstadt zum Stadtbild dazu. Ob an belebten Straßen in der Innenstadt, am Kap der Guten Hoffnung oder auf einer der vielen Weinfarmen. Sie stehen mit ihren gelben Westen auf Parkplätzen und helfen Einheimischen und Touristen beim Einparken oder dabei, den Weg zu finden. Wo das Parken kostenpflichtig ist, bezahlt man gleich die vorgeschriebenen Parkgebühren. Parkuhren gibt es nicht. Wo das Parken nichts kostet, erwarten die Parking Marshalls nur ein kleines Trinkgeld. 5 Rand drücken wir ihm in die Hand. Er behält unser Auto nun im Auge.

Wir gehen in den Supermarkt und erledigen unsere Einkäufe. An der Kasse angekommen, legen wir alles aufs Band. Die Einkäufe werden von den Mitarbeitern eingepackt und in den Einkaufswagen gepackt, wir selbst müssen nichts tun. Auch dieser Service gehört in Südafrika zum Alltag, ob im Supermarkt, im Baumarkt oder Elektronikladen. Hier ist ein Trinkgeld aber nicht angebracht, denn dies gehört zum Service des Hauses.

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Mit unserem Einkaufswagen, unserem Trolley, gehen wir wieder raus auf den Parkplatz. Dort bietet sich schon ein sogenannter „Trolley Pusher“ an. Die Jungs sind auch vor vielen Geschäften und Einkaufszentren zu finden. Sie schieben den Einkaufswagen zum Auto und packen die Einkaufstüten ins Auto, wenn man es möchte. Wir geben ein paar Rand Trinkgeld und fahren nach Hause.

Später machen wir uns noch zu einem Road Trip auf. Wir fahren durch den Stadtteil Greenpoint und halten hier an einer Tankstelle. Der Tankwart ist auch schnell an unserem Auto und fragt uns, was wir tanken und wieviel wir brauchen und legt los. Denn tanken muss man in Südafrika nicht selbst. Der Mitarbeiter checkt auch noch Öl und Wasser, bevor es weitergehen kann. Gerne putzt er auch die Scheiben und kontrolliert den Reifendruck. Wir zahlen fürs Benzin und legen noch 8 Rand für den Extra-Service drauf.

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Wir fahren die Küste entlang Richtung Hout Bay und kommen an eine Ampel. An vielen Ampeln stehen Verkäufer, die bei Rotphasen ihre Waren anbieten. Das können Zeitungen, Sonnenbrillen, Scheibenwischer, Sonnenhüte oder Obst sein. Obst kaufen wir tatsächlich ab und zu an der Ampel, einmal haben wir ein Tupperdosen-Set für knapp 7 Euro gekauft, was sich als super Schnäppchen herausgestellt hat. Bei manchen Dingen wie Sonnenbrillen oder Autozubehör sollte man eher skeptisch sein, da die Qualität meist nicht so hoch ist. Den Preis kann man manchmal sogar verhandeln. Doch es muss schnell gehen, denn eine Rotphase dauert nicht lang. Wir kaufen ein paar Bananen und zahlen den vereinbarten Preis. Extra-Trinkgeld gibt man nicht.

Wir parken am Strand von Hout Bay, mit Blick auf den Chapman’s Peak Drive, und wollen nun ein wenig relaxen. Am Parkplatz stehen wieder ein paar Parkwächter. Sie bieten uns auch noch an, unser Auto zu waschen. Da der Wagen wirklich dreckig ist, lassen wir die Jungs den Wagen putzen, während wir am Strand liegen. Und für 30 Rand sieht der Wagen am Ende wie neu aus und wir kommen mit einem sauberen Wagen wieder nach Hause.

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Kapstadts Helfer

In Kapstadt und ganz Südafrika gehören die Helfer ganz selbstverständlich zum Alltag. Und man lernt sie auch schnell zu schätzen. Wer einige wichtige Dinge beachtet, kann sich ihnen gegenüber korrekt verhalten.

Verkäufer an Ampeln: An Ampeln werden die unterschiedlichsten Dinge angeboten. Obst, Sonnenbrillen, Autozubehör. Man muss natürlich nichts kaufen. Wenn man es tut, kann man den Preis oft noch verhandeln. Ein zusätzliches Trinkgeld ist nicht notwendig.

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Parking Mashalls: Auch Car Guards genannt. Sie passen auf Autos auf, helfen beim Einparken und kassieren Parkgebühren. In den großen südafrikanischen Innenstädten ist das Parken auf öffentlichen Straßen meist kostenpflichtig. In diesem Fall muss man nur die vorgeschriebene Parkgebühr an den Parking Marshall zahlen. Ein Trinkgeld ist hier nicht notwendig. Bei Parking Marshalls auf Parkplätzen ohne Parkgebühr (z.B. in der Nähe von Touristenattraktionen) sollte man, je nach Parkdauer, mindestens 5 Rand Trinkgeld geben.

Packer: Die Mitarbeiter im Supermarkt und anderen Geschäften stehen an der Kasse und übernehmen das Einpacken der Waren als Service des Hauses. Ein Trinkgeld ist hier nicht angebracht. Ein „Thank You“ reicht hier aus.

Trolley Pusher: Sie stehen in vielen großen Geschäften, wie Supermärkten, oder auf dem Parkplatz und bieten an, den Einkaufswagen zu schieben und die Einkäufe ins Auto zu packen. Man muss den Service nicht nutzen. Wenn man ihn aber nutzt, sollte man ein Trinkgeld von ungefähr 5 Rand geben.

Tankwart: Sie übernehmen an allen Tankstellen das Tanken. Wenn man nur tankt, muss man nicht unbedingt ein Trinkgeld geben. Wenn der Mitarbeiter aber auch Öl, Wasser und Reifendruck prüft oder die Fenster putzt, sollte auch hier ein Trinkgeld ab 5 Rand gegeben werden.

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Tipps

Man sollte bei all diesen Menschen im Hinterkopf behalten, dass sie in ihren Jobs sehr wenig verdienen. Viele von ihnen sind daher auf Trinkgelder angewiesen. Daher sollte man den Service dementsprechend mit einem Trinkgeld würdigen, wenn es angebracht ist. Dies gehört in Südafrika einfach dazu.

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2 Gedanken zu “Parken, Tanken und ein Lächeln – Kapstadts Helden des Alltags

  1. Ja so kann man das natuerlich auch sehen. Fuer mich und viele andere (Deutsche Einwanderer darunter) sind das vagabunden die dir drohen wenn du nichts geben willst oder deinen Reifen zerstechen oder den Lack zerkratzen. Ausserdem sind die Strassenhaendler und Parking attendants eine Verkehrsgefahr. Auf die Frage ob sie nicht eher einen richtigen besser bezahlten Job tun möchten und auf ein Schild zeigte an einer grossen Baustelle ausagend “ Schaufel jobs und Schubkarren Schieber geuscht“ erwiderte sie “ Zu anstrengend“. Das sagt Alles also bitte Kein Mitleid mit denen und Nichts geben. Das wird auch immer in den communi.ty Zeitungen empfohlen. Diese Unsi.tte der Park assitenten beginnt sich nun auch im Reich auszubreiten. Gesehen vor 2 Jahren in Hamburg und Frankfurt. Tankwart und Einpacker beim Supermarkt sind natuerlich ausgeschlossen das sie angestellt sind.

    1. Hallo Yogi,
      ich kann mit deinem Kommentar leider so gar nicht zustimmen, da du pauschal alle Helfer in einen Topf wirfst – und das ist nicht fair.
      Wer etwa an einer Tankstelle arbeitet und einen guten Job macht, indem er dir die Scheiben zusätzlich putzt oder dir jemand die Einkäufe trägt, da kann man ruhign Gewissens ein paar Rand Trinkgeld geben.
      Ich wünsche dir, dass du diese netten Leute mal trifst, so wie ich es jede Woche beim Tanken an unserer Tankstelle tue.
      Lieben Gruß aus der Mother City!

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